Vielen ist die Marke Woom vermutlich schon ein Begriff, da man in letzter Zeit vermehrt diese bunten und sehr stylischen Woombikes auf der Straße sieht. Diejenigen, denen das jetzt überhaupt nichts sagt, sei geholfen. Woom ist ein österreichisches Unternehmen mit Sitz in Klosterneuburg, das Kinderfahrräder herstellt. Klingt jetzt zwar nicht sonderlich aufregend, aber das ist es. Schon am Design dieser Räder lässt sich erahnen, dass es keine Gewöhnlichen sind. Woom wirbt mit “kinderleichtem Radfahren” und das haben wir dann auch mal getestet.

 

Woom bietet 6 verschiedene Radgrößen an. Vom Laufrad bis hin zum 26″ Rad, dass durchaus auch für Erwachsene geeignet ist. Die Idee hinter Woom ist das systematische Lernen des Fahrradfahrens. Es beginnt mit dem Woom 1, einem Laufrad. Erst wenn das Kind mit dem Laufrad die notwendige Sicherheit hat und ausreichend Balance findet, kann auf das erste eigentliche Fahrrad, das Woom 2 umgestiegen werden. Und dann geht es überraschend schnell. In kürzester Zeit kann dann das Fahrradfahren erlernt werden. Interessanterweise geht das mit einem Woombike um Lichtjahre schneller, als mit einem Kinderfahrrad einer anderen Marke (dazu gibt es dann aber bald einen interessanten Vergleichstest).

Warum lernen Kinder mit Woombikes so schnell radfahren? Wir haben uns das Woom 3, das wir von Woom zur Verfügung gestellt bekommen haben näher angesehen.

Die Maße

Das Woom 3 entspricht einer Größe von 16″. Ist für das Alter von 4 – 6 Jahren geeignet, wobei das wesentliche eher die Körpergröße des Kindes ist. Beim Woom 3 sollte es zwischen 105 und 120cm liegen. Das Gewicht des Rades ist überraschenderweise sehr leicht. Lediglich 5,7 kg bringt es auf die Waage. Im Vergleich zu anderen Rädern ist das wirklich wenig.

Das Design

Die Woombikes sind vom Design her eine Mischung zwischen Mountainbike und BMX und sowohl für Mädels, als auch für Burschen passend. Es gibt keinen Schnickschnack oder irgendwelche Pickerl mit Maskottchen. Auffallend sind die Woombikes aber. Dafür sorgen die kräftigen Farben. Neben dem klassischen Rot, gibt es ein saftiges Grün, ein knalliges Blau, ein sattes lila und ein sonniges gelb. Also würde ich mir eine Farbe aussuchen, wäre es das Gelb geworden, aber unsere Texterin hat sich letztlich für Grün entschieden. Vielleicht nicht unerwähnt sollte bleiben, dass das Woom 2 einen iF Design Award 2017 bekommen hat und das Woom 3 reddot award 2017 winner ist.

Die Komponenten

Spätestens daran merkt man, dass man sich bei Woom wirklich den Kopf zerbrochen hat um ein optimales Kinderfahrrad zu entwickeln.

Fangen wir mal bei den Bremsen an. Es gibt zwei davon. Keine Rücktrittbremse, sondern zwei vollwerte Bremshebel, die farbkodiert sind. Damit das Kind nicht nur vorne bremst, ist der Hinterrad Bremshebel grün farbkodiert. Die V-Brakes lassen sich gut dosieren und die Hebel sind so gebaut, dass sie auch von kleinen Händen gut erreicht werden können. Wir haben bei unseren Tests beobachten können, das selbst Kinder, die Rücktrittsbremsen gewohnt sind, problemlos damit zurecht kommen, dass es diese bei Woom nicht gibt. Vielmehr wollten Sie dann gar nicht mehr mit den Rädern mit Rücktrittbremse fahren. Verwechselt wurden die Bremshebel auch nie.

Bei der Kurbel fällt zuerst der eingebaute Kettenschutzring auf. Somit kann sich die Hose nicht versehentlich verheddern. Sowohl die Länger der Kurbel ist auf die Ergonomie des Kindes abgestimmt, als auch der horizontale Beinabstand, passend zur Beckenbreite. Weniger kompliziert gesagt. Die Kurbelbreite passt optimale zur Beckenbreite eines Kindes.

Die Übersetzung ist auch ziemlich gut gewählt.Vorne 25, hinten 14 Zähne. Das macht das Woom deutlich schneller als so manch anderes Rad. Das hat aber auch den Vorteil, dass sowohl bei ebenen Strecken das Kind nicht unnötig viel treten muss, als auch bei Steigungen die Anstrengung nicht allzu hoch ist – ein gutes Gleichgewicht.

Die Laufräder bestehen aus Alu Naben, Nirosta Speichen und Felgen namens SOOPA-DOOPA-HOOPS (genialer Name 🙂 ). Darauf sind Kenda Reifen montiert.

Der Alurahmen ist leicht und hat einen tiefen Einstieg, der das Auf- und Absteigen deutlich erleichtert. Der Lenkeinschlagsbegrenzer verhindert das Überdrehen des Lenkers, womit wir auch schon beim Vorbau sind. Der schaut nicht nur verdammt gut aus und erinnert an die BMX meiner Kindheit, sondern tragt auch dazu bei, dass die Kinder ergonomisch gut am Fahrrad sitzen.

Während das Woom 2 mit nur einem Gang auskommt, gibt es das Woom 3 optional mit einer 2-Gang Automatik-Schaltung. Dabei werden die Gänge Geschwindigkeitsabhängig geschaltet. Das Woom 4, das 5er und das 6er haben dann schon 8 Gänge, die manuell zu schalten sind.

Das Fahren

Jedes Kind, dass während dem Test mit dem Woom 3 gefahren ist, war davon begeistert. Die Kinder fahren objektiv besser, da es den Eindruck macht, dass sie sich auf dem Woom sicher fühlen. Jedenfalls wollte unsere Tochter danach mit keinem anderen Rad mehr fahren.

Aufgrund der optimal auf Kinder abgestimmte Ergonomie ist das Anfahren kein Problem. Wir konnten bei einigen anderen Kinderfahrrädern immer wieder erkennen, dass die Kinder beim Antauchen immer wieder mit der Kurbel und den Pedalen in die Quere kommen, dass ist beim Woom nicht der Fall. Auch fällt dadurch das Stehenbleiben leichter.

Das Fahren selbst ist auch für ungeübte relativ einfach. Das würde ich einerseits auf die Übersetzung und andererseits auf den Lenkervorbau zurückführen. Die Kinder wackeln weniger mit dem Lenker hin und her und bekommen dadurch eine höhere Stabilität.

Fazit

Kurz gesagt: Der Inbegriff eines optimalen, durchdachten und stylischen Kinderfahrrades.

Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist: Hier gehts direkt zur Woom Webseite mit näheren Informationen und Online-Shop